Sumatra


Auch als Individualtourist lässt sich Sumatra hervorragend mit einem niedrigen Budget von deutlich unter 2000 Euro inkl. Flug, Versorgung, Ausflügen und Unterkunft (landestypisch, einfache Hostels etc.) in 2-3 Wochen bereisen. Da Sumatra sehr groß ist, empfiehlt sich eine längere Reisezeit.
Nationalgericht ist das Nasi Goreng zu allen Uhrzeiten. Die Ernährung ist insgesamt sehr eilastig/ eiweißreich. Auch kleinere marinierte Fleischspieße findet man praktisch überall frisch vom Holzkohlegrill am Straßenrand im Angebot.

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Neben Vulkanen, traumhaften Seen und Stränden, seltenen Tieren und tiefen Dschungel hat Sumatra fast alles zu bieten, wonach man als Rucksackreisender sucht. Es empfiehlt sich die Reise in Medan, der Hauptstadt Sumatras zu beginnen. Am besten zu erreichen von/ über Singapur, Bangkok, Kuala Lumpur, Hong Kong, Manila oder national von Jakarta, Bali/ Java aus. Es werden zahlreiche Billigflüge kontinental z.B. mit Lion Air angeboten. Der Transport auf Land selbst ist bestens organisiert, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig und unübersichtlich am Anfang. Wer das System einmal verstanden hat, wird gut damit zurecht kommen. Die Busse sind oft eng, alt und voller Menschen, KFZ-Teilen und nicht selten Tieren. Es wird fast alles von den Einheimischen mitgenommen, was sich nur irgend mobilisieren lässt. Eine längere Fahrt kann daher schnell zur Qual werden, dafür sehr erlebnisreich und spotbillig, manchmal nur im Cent-Bereich liegend! Auf kürzeren Strecken ergänzt sich zum Spaßfaktor ein Tuk Tuk oder Roller mit Fahrer. Wer mehr Komfort und Gelassenheit wünscht, sollte sich lieber einen privaten Fahrer mit PKW organisieren. Beste Reisezeit ist außerhalb der Taifun Zeit von März bis Oktober. Allerdings geht seit einigen Jahren die Taifunsaison schon sehr früh vor Oktober los. Da die Regenzeit ihre eigenen Reize hat, würde ich nie davon abraten. Im Gegenteil! Da der Indopazifische Raum sehr von Erdbeben geplagt ist, sollte dies während des Aufenthalts im Hinterkopf behalten werden. Auch ist Indonesien von Dengue Fieber betroffen. Mückenschutz in Form von DEET Spray/ Creme, stichfester Kleidung und Moskitonetz unbedingt nötig! Mehr Informationen zur aktuellen Sicherheit auf der Webseite des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Ich werde hier einige Highlights über die größte Insel Indonesiens vorstellen.

Lake Toba

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Praktisch völlig umringt von Bergmassiven befindet sich der 87 km lange Kratersee auf einer Höhe von knapp 1000 m über n.n. Die Anreise über verwundene Bergpässe ist daher eher beschwerlich. Einmal am größten Vulkansee der Erde in Parapat angekommen, kann man sich nach einer Fähre umsehen, die einen auf die Vulkaninsel Samosir zum Verweilen und Übernachten bringt. Wer schon eine Ecolodge/ Hotel/ Hostel vorgebucht hat, wird mit der Fähre fast direkt an die jeweiligen Steegs gebracht. Unterkünfte in allen Preislagen. Trotz des mäßigen Tourismus wirkt die Insel sehr idyllisch. Hier lässt es sich gut Wandern. Preiswerte Roller zum Ausleihen stehen fast überall zur Verfügung. Im ruhig fließenden Verkehr sollte das Fahren hier keine Probleme bereiten. Die Insel ist etwa so groß wie die Fläche Singapurs.

Bukit Lawang

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Außer in Borneo lassen sich nur noch hier wilde Orang Utans zu einer Vielzahl im Dschungel beobachten. Geführte Touren werden überall im Ort angeboten. Einmal im Dorf auf dem Marktplatz angekommen, gibt es eine große Fülle an phantasievoll gestalteten Unterkünften direkt am Fluss entlang, in denen man bestens mit Nahrung, Getränken und Herzlichkeit versorgt wird. Nicht selten sind die Inhaber Ausgewanderte aus Australien oder England. In den meisten Übernachtungsmöglichkeiten lassen sich Einzel- oder Doppelzimmer in Verschlägen oder Hütten mit und ohne Klimaanlage wählen. Rezeptionsbereich = Gemeinschaftsbereich wo sich die ganze Welt trifft. Hier kann man neue Kontakte knüpfen und wertvolle Informationen aus erster Hand erhalten.
Es werden Tages-, zwei Tages- oder mehrtägige Touren angeboten. Wer die Zeit hat, sollte unbedingt eine zwei Tages -Tour mitmachen. Dabei wird alles von Tour Guides organisiert. Man muss lediglich seine eigenen Sachen tragen. Da unterwegs in den Camps kein Strom zur Verfügung steht, muss hier alles am Feuer zubereitet werden. Geschlafen wird in Gemeinschaftshütten mitten im Dschungel am reißenden Fluss. Man sollte körperlich fit sein, da man Flüsse durchlaufen muss, steile schlammige Auf- und Abstiege bei drückend schwül-heißer Luft. In kürzester Zeit sind die Klamotten klitsch nass geschwitzt. Da hilft dann nur noch auswringen oder Sachen wechseln, solang diese noch frisch sind. Rafting und Reifenschlauchfahrten sind in den meisten Touren mit inbegriffen. Immer wieder begegnet man sozusagen in Griffweite Orang Utans, die leider viel zu viel von den Guides mit Bananen gefüttert werden. Mit viel Lärm und Gepolter durchstreifen am frühen Morgen und am Abend kleinere Affenarten invasionsartig die Dschungelwelt. Ganze Großfamilien lassen sich so beobachten. Schlangen, riesige Tausendfüssler, Insekten und paradiesische Vögel sind keine Seltenheit. Ein anstrengendes aber unvergessliches Erlebnis!

Mt. Sibayak

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Geologisch und höhenbedingt, lasst sich hier, zumindest nachts und früh, etwas Abkühlung finden.
An diesem Berg sind schon viele Touristen ums Leben gekommen, weil sie einfach die Distanzen unterschätzt und die Orientierung verloren haben. Im Touristenzentrum hängt dazu eine Namenstafel mit Grund des Todes und Herkunftsland aus. Wer einen Tourguide bucht, kommt aller Wahrscheinlichkeit nach wieder gesund zurück und kann eine gute Zeit genießen.

Der 2212 Meter hohe teil-aktive Vulkan im Nationalpark Gunung Sibayak ist eines der besten Reiseziele in Sumatra. In der Umgebung befinden sich mehrere deutlich sichtbare Vulkanberge. Der Aufstieg dauert je nach Ausgangspunkt und Strecke ca. 3 Stunden für alle die, die am Fuße den Aufstieg beginnen. Dazu wird man je nach Tour mit einem Geländewagen hingebracht. Ansonsten lässt sich die Tour in Absprache beliebig ausdehnen. Aufstieg empfiehlt sich früh und am Besten noch vor Sonnenaufgang.
Wie auf den Bildern zu erkennen ist, steigen an mehreren Punkten auf dem Bergrücken hohe, gleichmäßig strömende Schwefelwolken aus den Austrittslöchern empor. Hier vergisst man schnell, dass man sich auf der Erde befindet. Da Schwefel beim Einatmen giftig ist, sollte man direkten Kontakt mit dem Dunst vermeiden, da dieser auch kochend heiß sein kann. Man riecht schon von Weitem den Gestank nach dem Schwefelgas. Es lassen sich schwefelgelbe kleine Steine als Andenken sammeln. In tieferen Stellen des Vulkans sieht man kleinere Seen. Leider gibt es hier keine aktive Lava. Geologisch interessant lohnt der Aufstieg und die tolle Aussieht auf Nachbarvulkane aber allemal. Wer Lava sehen möchte, wird auf Java in Zentralindonesien fündig werden. (noch nicht von mir bereist)

Auf meiner Guidet Tour durfte ich beim ausgedehnten Abstieg eine der heißen Thermalquellen erleben. Der Bereich ist mehr als Open Air- Schwimmbad mit Überdachung angelegt. Es gibt verschiedene Pools mit unterschiedlichen Temperaturen. Das Wasser riecht stark mineralisiert. Umkleidekabinen vorhanden.

In der Umgebung und in der Stadt Berestagi wo die meisten Touren beginnen, gibt es auch Radtouren in die Umgebung und zu Thermalbädern im Angebot. Genügend Trinkwasser (wie immer!) und evtl. Lunchpaket sollte mitgenommen werden.

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Danke für das Interesse meiner Berichte. Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung :-)

Veröffentlicht am 28. April 2015 in Asien, Indonesien und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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